
Aus den frühesten Episoden von „Bridgerton“ (und, abhängig von Ihrem Geschichtsunterricht an der High School, schon lange davor) wissen wir, dass König George III. seit Jahren an einer schweren Krankheit leidet. Die Prequel-Serie „Queen Charlotte“ befasst sich mehr mit Georges Krankheit in jungen Jahren und verrät mehr darüber, was vor sich geht und wie sich dies auf seine Beziehungen auswirkt.
Obwohl das „Bridgerton“-Universum mit zahlreichen historischen Ereignissen künstlerische Freiheit erfordert, steckt in der Darstellung dieses besonderen Handlungsstrangs auch etwas Wahres.
King-Georgs-Krankheit in „Queen Charlotte“ und „Bridgerton“
„Queen Charlotte“ untersucht ausführlicher die frühen Tage der Krankheit, die Georges Leben so stark beeinflussen sollte. Das erste Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt, kommt in der Hochzeitsnacht zwischen ihm und Charlotte, als er sie plötzlich in ihrem eigenen Palast absetzt und sie völlig allein lässt. In den nächsten Episoden erfahren wir mehr aus seiner Sicht: Er leidet an einer Vielzahl von Symptomen, darunter manische Episoden, die seine Ärzte scheinbar nicht diagnostizieren können und die ihre rudimentären Behandlungen nicht heilen können. Er empfindet enorme Schuldgefühle wegen seines Geheimnisses, das nur seiner Mutter und einigen wenigen vertrauenswürdigen Haushaltsmitgliedern bekannt ist, und gibt zu, dass er sich Charlotte unwürdig fühlt. Als sie schließlich die Wahrheit erfährt, schwört sie, ihm so gut sie kann zu helfen.
Wenn wir in der Ära der „Bridgerton“-Hauptserie angekommen sind, geht es George häufiger schlecht, als dass er bei klarem Verstand ist. Charlotte geht sehr sachlich damit um, aber in den seltenen Fällen, in denen sie ihre Deckung verliert, ist klar, dass die Situation für sie herzzerreißend ist. Es gibt Momente der Freude – eine Szene aus Staffel 1, in der er ein paar Stunden lang klar ist und sie zu einem liebevollen Abendessen einlädt – und herzzerreißende Momente (besagtes Abendessen endet schlecht, als George glaubt, dass ihre verstorbene Tochter noch am Leben ist). In der zweiten Staffel gewinnt Edwina Sharma das Vertrauen und den Respekt der Königin, als sie einen unangenehmen Moment überwindet, in dem George seinen Betreuern entkommt und hereinstürmt, in dem freudigen Glauben, es sei der Tag seiner und Charlottes Hochzeit.
Die Krankheit von König George im wirklichen Leben
Diese Handlungsstränge basieren auf dem Leben des echten Georg III., der unter dem abfälligen Spitznamen „Mad King George“ bekannt geworden ist. Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass George bereits in den 1760er-Jahren Anzeichen einer Krankheit zeigte, obwohl erst in den 1780er-Jahren schwere Anfälle registriert wurden. Episodische manische Verhaltensweisen prägten seine Geisteskrankheit, die sich im Laufe der Jahre stetig verschlimmerte. Im Jahr 1810, nach körperlichen Gesundheitsproblemen und dem Tod von seine Lieblingstochter Amelia (die Tochter, die in einer „Bridgerton“-Folge erwähnt wird) erlitt George erneut einen Rückfall. Diesmal war seine Krankheit so schwerwiegend und langwierig, dass der Regency Act von 1811 eingeführt wurde, der seinen Sohn, den zukünftigen Georg IV., praktisch zum Monarchen machte.
Die genaue Natur von Georges Krankheit wird bis heute von Historikern, Psychologen und anderen heftig diskutiert. Die ursprüngliche Vermutung war, dass er an Porphyrie litt, einer genetisch bedingten Krankheit, die psychische Veränderungen wie Angstzustände, Halluzinationen oder geistige Verwirrung verursachen kann. Eine 2005 in „The Lancet“ veröffentlichte Studie fanden in einer Haarprobe aus den Überresten Georgs III. einen hohen Arsengehalt (aus unbekannter Quelle), was laut einigen Wissenschaftlern eine Erkrankung wie Porphyrie ausgelöst haben könnte.
Heutzutage glaubt eine große Zahl moderner Experten, dass Georges Symptome eher mit dem übereinstimmten, was wir heute als bipolare Störung kennen, für die die damaligen Mediziner nicht einmal ein Wort hatten, geschweige denn wirksame Behandlungsmöglichkeiten hatten.