
Netflix's new soapy drama Firefly Lane ist da und lässt bereits Leute über die verwinkelten Handlungsstränge der Serie plaudern. In Anlehnung an die gleichnamige Buchreihe von Kristin Hannah dreht sich die Serie zwischen den 1970er und 2000er Jahren und konzentriert sich auf die beiden besten Freundinnen Tully und Kate, die völlige Gegensätze voneinander sind, aber durch ihre Liebe und ihren starken Beschützerinstinkt füreinander verbunden sind. Als Erwachsene hat sich Kate bei einer Familie niedergelassen und versucht nun, wieder in den Berufssektor einzusteigen, während Tully eine bekannte Fernsehpersönlichkeit ist, die einsam ist und immer noch mit dem Trauma ihrer Kindheit und Jugend zu kämpfen hat.
Als Tully sich mit einem Mann namens Max einlässt und herausfindet, dass sie schwanger ist, bringt sie das aus der Fassung und stürzt in den Abgrund ihrer eigenen angespannten Beziehung zu ihrer Mutter. In der sechsten und siebten Folge versucht sie, ihre Verlassenheits- und Bindungsprobleme mit ihrer vorsichtigen Vorfreude auf die Gründung einer Familie in Einklang zu bringen. Sie geht mit Kate zum Ultraschall und am Ende der siebten Folge wird ihr klar, dass sie das Baby haben möchte. „Ich werde eine Menge Hilfe brauchen“, sagt sie in einem rauen Moment auf dem Dach ihres Elternhauses zu Kate.
In Folge acht heiratet sie Max und gerade als sie sich im Badezimmer auf die Hochzeitsnacht vorbereitet, stellt sie fest, dass sie blutet und später eine Fehlgeburt erleidet. In Episode neun erwacht sie aus einem traumatischen Albtraum, in dem ihr ihr Kind entrissen wird. Immer noch damit beschäftigt, damit klarzukommen, macht sich Tully an die Arbeit und gerät schließlich während einer Live-Übertragung ihrer Talkshow, in der sie das Publikum fragt, ob jemand eine Fehlgeburt hatte, vom Drehbuch ab. „Ich blute immer noch und es ist scheiße.“ Aber ich möchte mich nicht schämen. „Ich möchte nicht versuchen, es zu verbergen“, sagt sie emotional. Sie gibt den Frauen im Publikum Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen und umarmt sie anschließend.
Sie nutzt ihre Plattform, um ihre Trauer und die vieler Frauen zu kanalisieren, die sich oft schämten, über ihre Probleme Stillschweigen zu bewahren. Als ihr Produzent versucht, auf einen Werbespot zu wechseln, um ihr eine Chance zu geben, sich zu erholen, zwingt sie ihn, die Kameras weiter laufen zu lassen. Indem sie dies tut (und dabei ihre Sponsoren ignoriert) und ehrlich mit ihrer Trauer umgeht, wirft Tully ein Licht auf psychische Gesundheit und Fehlgeburten, zwei Themen, die oft stigmatisiert werden. Auch wenn Tully privat auf Max (und sich selbst) losgeht, gibt ihr die Serie Raum, zu trauern und sich mit ihren Gefühlen und ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.
In der letzten Folge sehen wir, wie Tully immer noch versucht, mit ihrem Herzschmerz klarzukommen und wie dieser zum Ende ihrer Ehe geführt hat. Auch wenn die erste Staffel mit einem Cliffhanger endet, hoffen wir, dass die zweite Staffel im Falle einer Verlängerung weitere Antworten für Tully bringen und weiterhin ein offener Raum für neue Gespräche über schwierige und ehrliche Erfahrungen sein wird.