
Mit freundlicher Genehmigung von Olivia Tauber und Getty/Debra L Rothenberg/Mitwirkender; Fotoillustration: Siobhan Gallagher
Mit freundlicher Genehmigung von Olivia Tauber und Getty/Debra L Rothenberg/Mitwirkender; Fotoillustration: Siobhan Gallagher
Es gibt zwei Arten von Mädchen nach einer Trennung: diejenigen, die in Eis schluchzen, und diejenigen, die sich sofort die Haare abschneiden. Ich wurde zur zweiten Art.
Natürlich nicht sofort. Zuerst kam das Weinen, dann das übermäßige Analysieren und dann der Moment, in dem ich mein Spiegelbild erblickte und fühlte. . . beschämt. Es war mir peinlich, dass ich geblieben war und mich verdrehte, um jemanden zu behalten, der mich nicht verdiente. Ich wollte nicht wie sie aussehen – das Mädchen, das zu viel tolerierte, das wusste, dass es nicht richtig war, aber trotzdem blieb. Also habe ich einen Haarschnitt gebucht.
Ein Haarschnitt nach einer Trennung hat etwas einzigartig Erklärendes. Es geht nicht immer darum, jemand Neues zu werden. Manchmal geht es einfach darum, die Version von dir zu ehren, die bereits im Entstehen begriffen ist. Wenn Ihr Herz verletzt ist und Ihr Selbstbewusstsein schwankt, wird der Haarwechsel zu einem kleinen, aber wirkungsvollen Akt der Kontrolle. Es hilft Ihnen, ein Ende zu markieren, auch wenn Sie nicht ganz sicher sind, was als nächstes kommt. Und für viele von uns ist es seit langer Zeit die erste Entscheidung, die wir allein für uns selbst treffen, und das allein kann sich schon wie ein Fortschritt anfühlen.
Manchmal geht es einfach darum, die Version von dir zu ehren, die bereits im Entstehen begriffen ist.
Was mich betrifft, habe ich nicht nach einem impulsiven Pony oder einem dramatischen neuen Farbton gefragt. Eigentlich war es das Gegenteil. Ich entfernte die künstliche rote Farbe, an der ich während unserer gesamten Beziehung festhielt (die Farbe, die er liebte) und wurde blond. Ich habe Schichten hinzugefügt und es kürzer geschnitten. Ich wollte mich wieder wie ich selbst fühlen, aber nicht die Version von mir, die zuvor dort gewesen war. Jemand, der älter und weiser ist und der sich nicht die Mühe macht, leicht zu lieben.
Ich bin bei weitem nicht die einzige Frau, die nach einem Herzschmerz zur Schere gegriffen hat. Das Herz in eine Million kleine Stücke zerbrechen zu lassen, ist eine nahezu universelle Erfahrung, daher macht es Sinn, dass der Trennungshaarschnitt auch so ist. Es gibt einen Grund, warum Haarschnittszenen ein fester Bestandteil von Trennungsgeschichten sind. In „Gilmore Girls“ bekommt Rory einen Bob, nachdem sie sich von Dean getrennt hat. In „Sex and the City“ schneidet sich Carrie nach Aidan die Haare. Keri Russells ikonischer Pixie-Cut für „Felicity“ entstand direkt nach ihrer Trennung von Ben („Ich habe es nicht für einen Mann gemacht, ich habe es für mich selbst gemacht!“). Und in „Sliding Doors“ verwandelt sich Gwyneth Paltrows Figur in eine vollblonde Elfe, sobald ihre Beziehung zerbricht.
Der Bildschirm spiegelt natürlich die Realität wider. Jessica Simpson debütierte nach der Scheidung mit einem scharfen Bob. Selena Gomez wechselte nach ihrer Trennung von Justin Bieber von langen brünetten Wellen zu einem schicken Bob. Taylor Swift wurde wasserstoffblond, nachdem sie mit Calvin Harris Schluss gemacht hatte. Khloé Kardashian hat sich nach der Scheidung von Lamar Odom die Haare geschnitten und aufgehellt. Reese Witherspoon bekam einen stumpfen Pony, nachdem sie Ryan Phillippe verlassen hatte. Ariana Grande, Sarah Hyland, Katy Perry, Kristen Stewart – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Diese Schnitte fangen etwas Vertrautes ein: den gemeinsamen Instinkt, in den Spiegel zu schauen und ein physisches Zeichen dafür zu sehen, dass man vorwärts geht.
Ich werde nicht so tun, als hätte ich den Haarschnitt für immer geliebt. Rückblickend denke ich eigentlich nicht, dass kurze Haare (oder die blonde Farbe) so gut zu mir passten. Aber im Moment spielte es keine Rolle. Was mir gefiel, war, wie gesund es aussah und sich anfühlte – glänzend, weich, endlich frei von Bruch und übermäßig verarbeiteter Farbe, an der ich jahrelang festgehalten hatte. Ich fuhr immer wieder mit den Händen darüber, weil es sich wie jemand Neues anfühlte. Jemand, der ich schon lange zu werden versucht habe.
Das ist die wahre Kraft eines Trennungshaarschnitts. Keine Neuerfindung um der Neuerfindung willen, sondern das erste sichtbare Zeichen dafür, dass man etwas überlebt hat. Ein Reset, nicht zu dem, der Sie vor ihnen waren, sondern zu dem, der Sie jetzt werden: jemand, der innerlich und äußerlich gesünder ist.
Olivia Tauber ist eine freiberufliche Autorin mit Sitz in New York und macht ihren Master in Journalismus an der NYU. Sie ist stellvertretende Beauty-Redakteurin bei PopSugar und schreibt für The Cut, Interview, Bustle, SELF und HuffPost des New York Magazine. Ihre Karriere begann in der Unternehmenswerbung bei Showtime, gefolgt von der Produktion für „The Pivot“, einer Emmy-nominierten Serie.